Was ist Craniosacral Therapie?

In unserem Schädel (Cranium) und der Wirbelsäule (Sacrum) pulsiert wellenförmig eine Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark ernährt und belebt: Die Cerebrospinalflüssigkeit (CSF). Um 1900 begann der amerikanische Arzt Dr. William G. Sutherland mit der Erforschung dieser Kraft und nannte sie den „Atem des Lebens“. Aus seinen Forschungen entwickelte er die Craniosacrale Therapie.

Pulsierende und wissende Lebenskraft

Neben den Rhythmen von Atmung und Herzschlag entscheidet eine weitere lebenswichtige Kraft über unsere Vitalität, Gesundheit und unser emotionales Wohlbefinden: Der craniosacrale Puls. Er entsteht durch die an- und abschwellende Bewegung der Gehirnflüssigkeit, die auch das Rückenmark umspült mit einer Frequenz von bis 14 mal pro Minute.

Das „Zellbewusstsein“ vitalisieren

Das Wissen der Menschheit um die Cerebrospinalflüssigkeit ist uralt:
Schon die alten fernöstlichen Lehrer und Weisen bezeichneten sie als „Liquor“ und verstanden sie als Träger unseres „Zellbewusstseins“, sozusagen unser physisches Gedächtnis. Auch viele Yogatechniken zielen darauf ab, den „Liquor“ zu vitalisieren. Die Craniosacraltherapie nutzt dieses Wissen um das craniosacrale System zur Diagnose und für Behandlungen des ganzen Körpers.

Leben ist Bewegung

Die Techniken der Craniosacraltherapie wirken zum einen tief auf unseren Körper ein, und können zudem auch lang vergessene Gefühle und Bilder, abgespeicherte Erinnerungen, ins Bewusstsein und damit wieder in Bewegung bringen. Viele dieser Erinnerungen stehen in enger emotionaler Beziehung zu unserem gegenwärtigen Leben: Sie sind im Körper gespeichert und entscheiden mit darüber wie krank oder gesund, wie erschöpft oder vital wir sind.

So funktioniert eine caraniosacrale Behandlung

Angewendet wird die Craniosacrale Therapie u.a. von Körper- und Physiotherapeuten (z.B. Osteopathen), Masseuren, Heilpraktikern, Ergotherapeuten, Ärzten und Psychologen und sogar von Zahnärzten, mit entsprechender Zusatzausbildung. Die Behandlungszeit variiert zwischen 30 und 90 Minuten.

Der Patient liegt entspannt auf einer Liege, und der Cranio-Therapeut erspürt mit seinen Händen am Hinterkopf des Patienten zunächst den Puls des Liquor. Durch sanfte, manuelle Techniken übt der Behandler nun leichten Druck oder Zug, z. B. an den Schädelknochen, aus. Behandlungsziel ist, die Balance und Ordnung der Cerebrospinalflüssigkeit und damit die Selbstregulationskräfte des Körpers wieder herzustellen. Denn durch physischen und emotialen Stress, Verletzungen oder Krankheiten, entstehen Spannungsmuster, die auch im craniosacralen System Ausdruck finden. Es „verzieht“ oder „verdreht“ sich.

Eine Craniosacralsitzung wird von den meisten Menschen als sehr angenehm und beruhigend empfunden. Wird stark blockierte Energie gelöst, kann die Behandlung aber auch einen emotional bewegenden oder vitalisierenden Effekt haben.

Hauptanwendungsgebiete

Bei Störungen des Zentralnervensystems, Wirbelsäulenbeschwerden, Folgen von Unfällen (Schleudertrauma), Rheuma, Stressbelastungen, psychosomatischen Erkrankungen, Kopfschmerzen, Tinnitus, Kiefergelenksbeschwerden und bei Muskelverspannungen aller Art

Den craniosacralen Puls selbst erspüren

Mit einer einfach Partnerübung können Sie versuchen, selbst diesen Lebenspuls zu erspüren. Ihr Partner liegt dabei entspannt auf dem Rücken. Nehmen Sie nun seinen Hinterkopf entspannt in beide Hände oder legen Sie die Hände unter seinen Rücken im Bereich des Kreuzbeins. Schenken Sie Ihrem Partner liebevolle Aufmerksamkeit und konzentrieren Sie sich nun auf das rhythmische Schwingen des Körpers. Aber: Seien Sie nicht gleich entmutigt, wenn es nicht sofort gelingt, denn es braucht viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung – in jedem Fall aber wird die Übung eine wohltuende Entspannung auf den Partner ausüben!

Mehr interessante Informationen finden Sie auf kinemedic.at